Ist es die Handlung, welche einen Film zu einem guten Film macht? Sind es die Schauspieler? Ist es das Tempo oder der Schnitt? Oder ist es die Musik? Das variiert wohl von Film zu Film und der Kinoliebhaber mag seine persönlichen Vorlieben haben. Wir stellen Ihnen hier fünf Filme vor, bei denen die Musik eine große Rolle spielt.

 „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Sergio Leone

Unvergesslich bleibt jedem Zuschauer die Szene des Duells, am Mittag, in der glühenden Hitze – während der es keinerlei Musik zu hören gibt, sondern nur Geräusche. Ebenso unvergesslich ist die Melodie des unbekannten Mundharmonikaspielers. Enrico Morricone hat die Musik schon vor den Dreharbeiten zu diesem Italo-Western komponiert. Ungewöhnlich für damals: klassische Musik für einen Italo-Western, jeder Darsteller erhielt seine eigene Melodie und der Rhythmus erzeugt eine fast unerträgliche Spannung.

„Timbuktu“ von Abderrahmane Sissako

Umwerfende Landschaftsaufnahmen aus der Sahara, eine dramatische Handlung und einfühlsame Musik prägen diesen Film. Er zeigt, wie die irrwitzigen Forderungen von Islamisten für die Bewohner eines Dorfes tödlich enden, an die sich die Islamisten selbst aber nicht halten. Aus der warmen Stimme Fatoumata Diawaras erklingt Lebensfreude, die jäh durch Schüsse unterbrochen wird. Das Ausnahmetalent Amine Bouhafa hat zu den wunderschönen Bildern eine ebensolche Musik komponiert.

„Das Piano“ von Jane Campion

Verkauft an einen im fernen Neuseeland lebenden Mann, den sie nie gesehen hat, findet die stumme Witwe Ada McGrath Trost beim Klavierspiel. Ihr Angetrauter hat dafür kein Verständnis, dessen Freund und Nachbar umso mehr. Eine Tatsache, die er für sich nützt. Die Schauspielerin Holly Hunter hat fast alle Klavierpassagen selbst gespielt. Die Original-Filmmusik wurde von Michael Nyman komponiert und mit dem Münchner Philharmonie Orchester eingespielt. Die hinreissenden Klaviersequenzen sind auch ohne laufende Bilder ein Genuss.

„Philadelphia“ von Ron Nyswaner

Mit diesem Film wagte sich das große Hollywood erstmals an das Thema AIDS. Dem jungen Anwalt Andrew Beckett (Tom Hanks) wird ein wichtiges Dossier übergeben – doch bald schon werden Zeichen seiner Krankheit sichtlich und er wird gefeuert. Sein Kampf gegen die Krankheit und gegen die willkürliche Kündigung bilden den Plot. Großartig das Lied „Streets of Philadelphia“ von Bruce Springsteen; er war dafür ausdrücklich angefragt worden, um das Thema einem weiteren Publikum näher zu bringen. Das Blut in den Adern gefriert dem Zuhörer, wenn Maria Callas „La mamma morta“ singt und der schwer kranke Andrew Beckett ihre Worte übersetzt.

„Jenseits von Afrika“ von Sydney Pollack

Die dänische Schriftstellerin Karen Blixen erzählt von ihrem bewegten Leben in Afrika, wo sie Kaffee-Plantagenbesitzerin wider Willen wurde und Hab und Gut verlor. Der Film hält sich nicht exakt an die wahren Gegebenheiten. Die in weiten Teilen klassische Musik von John Barry unterstreicht die Handlung des Filmes aus Abenteuer, Romantik und Drama Anfang des letzten Jahrhunderts. Dazu passen die afrikanischen Melodien und Mozarts Clarinet Concerto perfekt.